,,Europeans have the watch, Afrikans have the time.‘‘

Long week. Bedeutet also, Mittwoch und Donnerstag frei! Yeeah! Das muss ich natürlich auch nutzen!

Obwohl ich am Dienstagabend Nachtschicht hatte, war ich Mittwoch (5.3.14) überhaupt nicht müde und machte mich schon gegen 10 Uhr auf den Weg nach Kapstadt. Ich wollte mich nämlich mit Bintou treffen. Am Mittwoch war es schon um 11 Uhr 28 Grad und es sollte im Laufe des Tages noch um einiges wärmer werden.. Was eignet sich da also besser, als schwimmen zu gehen? 

Gegen 12 Uhr haben sich Bintou und ich mit dem Minibus in Richtung Sea Point begeben. Dort soll es nämlich eines der schönsten Freibäder der Welt geben. Und das stimmt! Ich habe zwar noch nicht alle Freibäder auf der Welt gesehen, aaaber das Sea Point Schwimmbad ist wunderschön! Am Anfang dachte ich natürlich, dass ein Schwimmbad etwas unnötig sei, wenn man doch das Meer vor der Haustüre hat. Aber aufgrund der niedrigen Temperaturen des atlantischen Ozeans und der teilweise echt hohen Wellen, macht das Sonnen am Strand deutlich mehr Spaß als das Schwimmen im kalten Meer. Also fand ich es eine echt super Idee dorthin zu gehen. Wir haben dort mehrere Stunden lang verbracht, sind geschwommen, haben auf der Wiese gechillt, geredet, das Wetter und die Aussicht genossen und gaaanz viel Spaß gehabt. Ich liebe sie einfach, denn mit Bintou habe ich immer soviel Spaß und wir verstehen uns einfach großartig!! Das Schwimmbad ist einfach klasse, denn es liegt direkt am Meer. Es hat drei große Becken, ein Schwimmer-, ein Kinder- und ein Springbecken. Wenn man im (anfangs ziemlich kalten, aber aufgrund der 33 Grad doch angenehmen) Wasser ist, hat man die gigantischen Berge auf der einen Seite, das Meer und den Strand auf der anderen Seite! Der Ausblick ist es, welcher das Schwimmbad so besonders macht. Und für umgerechnet 1,30 Euro kann man nun wirklich nichts sagen :-P



Am frühen Abend haben wir uns schon auf den Rückweg gemacht, denn sie hatte später noch Tanzunterricht. Diesmal wollte ich nicht mitkommen, die Hitze hat mich an dem Tag schon echt müde gemacht, außerdem hab ich mit meinen paar Bahnen schwimmen schon genügend Sport für die nächsten 2 Monate gemacht :D Während sie also im Tanzstudio war, habe ich mich nochmal auf dem Weg zum Supermarkt gemacht um für den nächsten Tag einzukaufen..


Am Donnerstag haben wir uns um 10 Uhr morgens auf dem Weg gemacht. Geplant war heute eine Bootstour und eine Autofahrt auf dem Chapman‘s Peak Drive, auf welchem ich vorletzte Woche schon mal war.

Erster Halt war Hout Bay. Dabei handelt es sich um ein schönes kleines Fischerdorf, nur ca. eine halbe Stunde von Kapstadt. Dort haben wir uns den Hafen angeschauen, haben am schönen weißen Sandstrand ein Picknick gemacht und ganz viele Fotos und lustige Videos gedreht. Später waren wir noch in einer Eisdiele und auf dem Wochenmarkt. Diesmal habe ich mich zusammen gerissen, mir nicht schon wieder Schmuck zu kaufen. :D

Hout Bay ist wirklich richtig schön, nicht allzu touristisch und überlaufen. Der Strand ist sehr groß und das coole ist, dass es dort keine Felsen oder Steine gibt, nur Sand. Deshalb gibt es aber auch so gut wie keine Schattenplätze.. Aber der leichte Wind und etwas Sonnencreme, diesmal auch auf den Ohren, macht ein Picknick in der Sonne nicht unmöglich ;-)

Das Wochenende musste ich dann wieder Night Shift arbeiten. Freitag hatte ich um 12 Uhr ein Meeting, wieder einmal eine Informationsveranstaltung zum Thema ‚richtiger Umgang mit Kindern‘. Später war ich mit ein paar anderen Mädels wieder im Isabellas Café.. Jeden ersten Freitag im Monat gibt es dort nämlich ‚All you can eat-cake‘. Und wie die Kuchen geschmeckt haben.. himmlisch! Man durfte sich soviel Kuchen und Torten nehmen wie Platz im Bauch war, von Schokoladenkuchen und  Erdbeersahnetorte bis hin zu Himbeermuffins war alles dabei! Warum muss ich nach Südafrika fliegen um zu erfahren, dass es sowas gibt?!

Samstag waren wir am Mittag im Tygervalley, nur ca. 15 Minuten vom Kinderheim. Dies ist ein großes Shoppingcenter, vergleichbar mit den Bilker Akarden in Düsseldorf.  Dort gibt es aber deutlich mehr und bessere Geschäfte, ein Traum eines jeden Mädchens.. der Alptraum des jeweiligen Portemonnaies :P


Das interessanteste am Wochenende war jedoch der ,geplante Stromausfall‘. Da es nämlich hier in Südafrika nicht genügend Strom gibt, wird ab und zu in den verschiedensten Städten der Strom abgeschaltet. Ohne Ankündigung, egal ob tagsüber oder in der Nacht. Ich wusste das natürlich vorher nicht.. Zuerst war der Strom in Kapstadt für 2 Stunden ausgeschaltet. Das war am Freitag, gegen Mittag als wir noch in Hout Bay waren. Wir wollten am ATM (Geldautomat) Geld abheben, aber er war ausgeschaltet. Wir dachten zuerst natürlich, dass er kaputt sei… aber als dann auch der  zweite und dritte nicht funktionierte, haben wir mal  nachgefragt. Wir waren einfach total überrascht, weil wir uns das nur ganz schwer vorstellen konnten, wie man denn unerwartet ein paar Stunden ohne Strom auskommen muss.. Das habe ich dann aber wenig später selbst erfahren müssen, als ich wieder ‚zu Hause‘ war. Dann war nämlich gerade in Durbanville der Strom ausgeschaltet worden.. Es war schon  abends gewesen 19/20 Uhr, natürlich schon stockdunkel. Wir saßen also in unserer Wohnung, alle mit ihren Handys um überhaupt etwas sehen zu können und mussten mit diesem schwachen Licht ein paar Stunden irgendwie alles finden und machen, was wir vorhatten… Ein Wunder, dass ich nichts umgeworfen, mir den Zeh gestoßen oder jemand anderen körperlich verletzt habe :D



P.S.: zum Titel dieses Eintrages kann ich nur sagen, es stimmt! In Deutschland sind wir zwar meist immer pünktlich, kommen ungern zu spät, aber haben dennoch nicht wirklich Zeit, das Leben in vollen Zügen zu genieße, da wir immer gestresst sind und unter Zeitdruck dies und jenes erledigen müssen.

Hier in Südafrika ist es anders.. Hier kommen die  meisten zwar immer zu spät, wer nicht  zur verabredeten Zeit erscheint, bekommt auch keinen Ärger. Außerdem sind die (Süd) Afrikaner alles andere als gehetzt.. alles wird in Ruhe gemacht, die Kellner oder  Verkäufer im Supermarkt lassen sich Zeit und machen alles sehr gemütlich.


Der eine mag die eine Lebensweise der anderen bevorzugen, ich finde, dass man eine Mitte zwischen beiden Lebensstilen finden sollte. Denn obwohl ich es hier gewohnt bin, dass die Leute fast immer zu spät kommen, zum Beispiel sollte die Küche planmäßig um sieben Uhr öffnen aber im Endeffekt wird erst gegen 7.40 Uhr aufgemacht, tue ich mich noch immer schwer, meine (deutsche) Pünktlichkeit ganz abzulegen und nicht genervt zu sein…

Kommentar schreiben

Kommentare: 0