Weekendtrip mit bintou

Freies Wochenende, schönes Wetter.. Wie wäre es denn mit einem spontanen Kurzurlaub? Am Samstag, 29.03.2014 haben sich Bintou und ich schon früh morgens mit dem Auto auf den Weg gemacht. Wir wollten hochfahren, in den kleinen Ort Langebaan. Nicht weit von dort gibt es nämlich den West Coast National Park, von welchem wir bisher nur gutes gehört haben und somit unbedingt einmal zusammen dort hin wollten. Hoch motiviert ging es also los. Das Wetter war auch schon am frühen Morgen sehr gut und somit stieg die Vorfreude umso mehr..

Nach ca. 2 Stunden Autofahrt sind wir auch schon an unserem ersten Ziel angekommen, das kleine romantische Fischerdorf Paternoster. Wir hatten ein Zimmer in einem schönen kleinen Gästehaus in Langebaan gebucht, aber da wir erst ab Nachmittag die Schlüssel bekommen konnten, wollten wir bis dahin noch ein bisschen die Gegend erkunden ;-) Paternoster ist echt ein süßes und kleines (eher winziges) Dorf bzw. Dörfchen, ganz in der Nähe von Langebaan.. Der Strand ist sehr schön und überhaupt nicht touristisch oder überlaufen.. das hat mir ziemlich gut gefallen. Angelockt von einem großen bunten Schild mit der Aufschrift ‚Craft Market‘ haben wir uns nach dem Strandbesuch auf die Suche nach dem vielversprechenden Trödelmarkt gemacht. Ich habe jetzt nicht einen riesig großen Markt erwartet, aber dass sich drei kleine Stände mit Bildern und Keksen als Trödelmarkt bezeichnen dürfen.. also das verstehe ich bis heute nicht.. Wir sind also anfangs bestimmt drei Mal an diesem „Trödelmarkt“ vorbei gelaufen, aber er war nun mal auch echt leicht zu übersehen.. Nach einem ausgiebigem Bummel, nach ca. 5 Minuten waren wir bestimmt schon dreimal um die Stände geschlichen, wollten wir dann doch das ‚Zentrum‘ ausfindig machen, uns in ein Café setzen und ein bisschen durch die Gassen schlendern.. Haha die Idee klingt ja echt gut, wäre da nicht das Problem, dass es kein Zentrum gibt.. Ein paar Restaurants und ein Kiosk waren vereinzelt aufzufinden, wenn man aber ein paar richtige Geschäfte sehen wollte, musste man in einen anderen Ort fahren..

 Jetzt reichte es uns aber! Zum Glück haben wir ein schönes kleines Restaurant mit leckerem Fisch und Meerblick gefunden, sodass wir wenigstens etwas in Paternoster gemacht haben konnten.. :-D Das Dörfchen ist wirklich süß, aber viel machen kann man dort nicht; obwohl es in mehreren Städteführern als das ‚St. Tropez Südafrikas‘ bezeichnet wird..


Nun haben wir uns auf den Weg nach Langebaan gemacht um uns dort mal etwas umzusehen. Wir hatten noch zwei Stunden bis wir ins Gästehaus konnten, also haben wir die Zeit am Strand von Langebaan verbracht. Dort war es wirklich sehr schön und auch der Stadtkern Langebaans ist wesentlich cooler.. Langebaan ist zwar auch ein kleines Örtchen, aber alles Wichtige wie Supermärkte, Banken, Restaurants, Cafés, Clubs und Souvenirläden waren in unmittelbarer Nähe! Wir waren auf dem Weg zum Gästehaus natürlich schon ganz gespannt, wie es denn aussehen würde; und wir wurden nicht enttäuscht! Es war wirklich so schön eingerichtet, sauber, unser Zimmer war groß, die Besitzerin ein so fröhlicher, offener und herzlicher Mensch und die Lage perfekt. Fünf Minuten vom West Coast National Park, fünf Minuten zum Strand, fünf Minuten zu den Einkaufsmöglichkeiten. (Und nein ich werde nicht bezahlt, dass ich hier ein bisschen Werbung für das Gästehaus mache :-D)

Den Abend haben wir dann noch in einem netten kleinen Restaurant mit guuuuuuuter und riiiiiesiger Pizza ausklingen lassen und waren danach noch in einem Club, natürlich dem einzigen in ganz Langebaan :-D Tja und da hat Bintou zufälligerweise ein paar Arbeitskollegen aus Kapstadt getroffen, die zufällig auch das Wochenende einen Kurztrip nach Langebaan gemacht haben.. Ist die Welt nicht klein? :D


Am Samstag haben wir uns trotz Müdigkeit zusammen gerissen um halb acht aufzustehen um schon möglichst früh in den West Coast National Park zu fahren. Der sollte ja riesig sein und so wollten wir auch genügend Zeit für alles haben. Das Wetter war auf unserer Seite, schon als wir um 9 Uhr starteten schien die Sonne und es war warm. Juhuu! Der Nationalpark war sehr leicht zu finden, nur fünf Minuten mit dem Auto die Straße herunter. Komischerweise dachte die Frau am Eingangstor, dass wir südafrikanische Bürger sind und nicht nur Touristen, so mussten wir doch glatt nur fast die Hälfte des eigentlichen Preises bezahlen. ;-)

Durch den Park fährt man mit dem Auto, es gibt auch viele Strecken für Mountainbikes, aber darauf hatten wir natürlich keine allzu große Lust ;-) Man konnte viele Stopps machen, das Auto stehen lassen und weiter zu Fuß zu einem Aussichtspunkt gehen. Der Park ist wirklich  ein Paradies für Vogelliebhaber, viele Besucher hatten eine echt professionelle Ausrüstung um die  Vögel so gut wie möglich beobachten zu können. Regelmäßig gab es kleine Holzhütten zu denen man meist einen langen Weg laufen musste um von dort aus die Vögel zu beobachten. Es war echt anstrengend für die Zeit in so einer Holzhütte mucksmäuschen still zu sein und nicht sprechen zu dürfen..


Auf der Karte, die wir am Eingang bekommen hatten, waren auch die Tiere abgebildet, die in dem Park leben. Jetzt keine so großen und coolen Tiere wie ein Löwe oder ein Elefant, aber immerhin Zebras, Böcke, Schlangen, Vögel, Schildkröten… Mit letzteren war es auch wirklich witzig, denn die Straßenschilder haben uns ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Schildkröten immer Vorrang haben und wir langsam und vorsichtig fahren sollten. Da wir aber natürlich nicht immer den Blick auf die Straße gerichtet hatten und auch das ein oder andere Mal nach links und rechts in die Natur geschaut haben, mussten wir nicht selten eine Vollbremsung machen um eine kleine Schildkrötenfamilien nicht zu überrollen… Dann mussten Bintou und ich aussteigen und die Tiere auf die andere Straßenseite tragen, erst dann konnten wir weiterfahren.. Zum Glück ist uns das nur zwei oder dreimal passiert, andernfalls hätten wir bestimmt vier Tage den Park erkunden können :-D


Der Park umfasst auch eine schöne und sehr große Lagune, wir waren auf dem Weg zu dem schönsten Strand um dort ein Picknick zu machen… Dann  warfen wir jedoch einen Blick auf die Benzinanzeige und unser Plan wurde mit einem Schlag zunichte gemacht.  Der Zeiger war schon im roten Bereich… in der Mitte des roten Bereiches. Verdammt! Wieso haben wir vorher nicht bloß ordentlich getankt gehabt?! Wir mussten gleichzeitig lachen und fluchen und wussten nicht was wir tun sollten… Nach einigem Hin und Her haben wir uns aber dazu entschieden, uns auf den Rückweg zu machen und einen Picknickstopp bei den Sanddünen einzulegen. Der Strand und die Lagune waren nämlich nochmal 30 Kilometer entfernt, plus Rückweg zum Eingangstor, plus Weg zur Tankstelle…Da wären wir sicher liegengeblieben. Wieso gibt es eigentlich auch keine Tankstelle in einem Nationalpark?? Hätten wir echt gebraucht :-D Naja egal, dann würden wir eben am Montag nochmal in den Nationalpark fahren.


Die Sanddünen waren wirklich mega cool; der Weg  dorthin war zwar anstrengend ( bei 30 Grad im Schatten macht es sich mit  Flipflops und Rucksack nicht so gut im Sand zu laufen) aaaaber es hat sich total gelohnt! Da wir jetzt auch nicht mehr unter Zeitdruck standen auch noch zu der Lagune zu fahren, konnten wir es uns in aller Ruhe gemütlich machen und unser Picknick genießen.. Aber auch nicht allzu lange, denn in der Wüste war es erstens sehr trocken und  heiß und zweitens taten die regelmäßig auftauchenden Sandstürme schon ziemlich weh :-D


Am späten Nachmittag haben wir uns dann mit weniger Proviant aber umso mehr Sand in unseren Haaren und Taschen auf dem Rückweg gemacht, erster Halt Tankstelle! Als wir dort (Gott sei Dank ohne Abschleppwagen) ankamen waren wir wirklich total erleichtert und froh. Andernfalls wäre dieser Wochenendtrip auch ziemlich schnell ziemlich teuer geworden..


Am Abend haben wir den Sonnenuntergang vom Strand aus beobachtet, bevor wir uns hungrig auf die Suche nach etwas Essbarem gemacht haben. Die Besitzerin unseres Gästehauses hatte uns ein gutes Strandrestaurant empfohlen, in dem sonntags immer Pastatag ist. Das Restaurant war wirklich wunderschön!! Es war direkt am Strand, unsere Füße haben schon fast das Meer berührt, wir hatten einen fantastischen Blick auf das Meer und die Berge… Und das Essen erst…himmlisch! An den Pastatportionen hat das Restaurant echt nicht gespart.. Es war so viel und so lecker und so günstig! Wieso ist in Deutschland eigentlich alles so teuer?!


Am Montag sind wir dann also, nach einem ausgiebigen Frühstück im Garten, noch einmal in den West Coast National Park gefahren. (Davor waren wir natürlich noch einmal ordentlich tanken..) Diesmal dann aber direkt zu der Lagune. Auf dem Weg haben wir sogar nicht nur Schildkröten und Vögel gesehen, sondern auch ein anderes Tier. Also entweder handelt es sich dabei um einen Eland, einen Gemsbok, oder etwas anderes.. Naja wir waren auf jeden Fall aufgeregt:-D


An dem Strand haben wir dann noch den halben Tag verbracht, es war wirklich wunderschön! Die Lagune ist wirklich riesig und das Wasser nicht soo kalt, warm genug um mal etwas mehr als bis zu den Knöcheln ins Wasser zu gehen :-D

Es war also im Endeffekt eine richtig coole Entscheidung zweimal in den Park zu fahren, so hatten wir wirklich genügend Zeit für alles und keinen Stress..Vielleicht hat Maggie (Bintous Auto) ja extra so viel Benzin geschluckt, weil sie auch noch einmal in den Park wollte?


Unser Gästehaus:

West Coast National Park:

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