atemberaubender Sonnenaufgang vom Lion’s Head

Am Donnerstag, 3.4.2014 klingelte mein Wecker schon um viertel nach drei (morgens versteht sich..) Und wieso?! Ich wollte mit ein paar anderen Freiwilligen nach Kapstadt fahren um den Berg ‚Lion’s Head‘ zu erklimmen um von dort den Sonnenaufgang zu beobachten.. Ich war total aufgeregt und gespannt und somit vergaß ich meine Müdigkeit. Um vier Uhr morgens war auf den Straßen natürlich noch nicht viel los, alles war noch dunkel und es war mega kalt. Aber wir haben uns dafür entschieden und jetzt ziehen wir es auch durch! Da es wie gesagt so leer auf den Straßen war, sind wir ziemlich schnell nach Kapstadt gekommen, viel zu früh..

Zur Info: den Berg kann man nicht mit dem Auto  oder mit einer Seilbahn hoch fahren.. nein man muss wirklich hoch klettern, über Steine, an Felswänden entlang, die Leiter hoch.. Ich habe es mir nicht so anstrengend und schwierig vorgestellt wie es dann letztendlich war..

Da der Sonnenaufgang erst gegen sieben Uhr sein sollte, haben wir noch etwas im (warmen) Auto gechillt, bevor wir uns gegen halb sechs auf den Weg gemacht haben. Zum Glück hatten zwei von uns an eine Taschenlampe gedacht, andernfalls wären wir ziemlich aufgeschmissen gewesen. Es war so dunkel und bei jedem Ast der auf dem Boden lag, gab ich einen kurzen aber lauten Schrei von mir, da ich dachte es handelt sich um eine Schlange..


Zwischendurch hat es immer mal wieder etwas genieselt, was natürlich den Weg  nach oben nicht unbedingt angenehmer machte… vor allem mit rutschigen Chucks. Ich bin wirklich sehr stolz auf mich, dass ich kein einziges Mal, weder auf dem Hin- noch auf dem Rückweg, gestolpert bin! Teilweise hatte ich schon echt mega Schiss, als wir zum Beispiel eine zum Boden 90 Grad senkrechte Felswand hochklettern mussten.. im Dunkeln, mit Chucks, rutschig..


Aber nach einer Stunde, haben wir es alle heile nach oben geschafft und wurden mit dem wohl schönsten Sonnenaufgang den ich je gesehen habe belohnt (okay dazu muss ich auch sagen, dass es mein erster Sonnenaufgang war.. aber trotzdem! :-p)

 Wir haben es uns auf einer Decke gemütlich gemacht und den Bick auf die Stadt, noch dunkel, genossen. Wir waren nicht die einzigen mit dieser verrückten Ideen um fünf Uhr morgens einen Berg zu erklimmen.. die meisten anderen Leute waren Touris, auch deutsch.. Halleluja hat man nicht wenigstens hoch oben über der Stadt seine Ruhe vor den ganzen Deutschen?


Wir konnten unseren Blick kaum von der aufgehenden Sonne abwenden, als wir bemerkten, dass es auf der anderen Seite des Berges einen Regenbogen gab. So wunderschön!

Es war wirklich ein atemberaubender Start in den Morgen, hoch oben über Kapstadt, der Sonne so nah.. Es hat sich wirklich gelohnt, und ich werde es auf jeden Fall (mindestens) noch einmal machen!!

Spontan bin ich  dann am Nachmittag mit ein paar anderen Freiwilligen in den kleinen Ort Franschhoek gefahren. Dort wollten wir eine Krokodilfarm besuchen.. Ich dachte am Anfang, dass es sich dabei auch um eine Art Rettungsstation handelt, so wie es beim Drakenstein Lion Park der Fall war.. Jedoch habe ich mich da getäuscht, wir alle haben uns getäuscht.

Der erste alarmierende Hinweis war, dass am Eingang ein Shop mit Krokodillederprodukten, wie Taschen, Portemonnaies oder Schuhen, gab. Außerdem verkaufte das Restaurant neben an ‚die besten Krokodilfleischgerichte in der Umgebung‘.. Wir wollten uns trotz aller Zweifel doch einmal die Farm anschauen..

Wir haben uns schon gefragt, wie denn 3000 Krokodile artgerecht leben können.. Die Antwort war offensichtlich. Die Krokodile waren wirklich auf so engem Raum zusammen gepfercht worden, lagen teilweise übereinander.. Ich habe nicht so viel Ahnung von Krokodilen, ob sie gesellige Tiere sind und es mögen mit ganz vielen anderen Artgenossen zusammen zu leben, aber definitiv war das zu viel!


Die Krokodile kommen aus unterschiedlichen Nationalparks aus Südafrika, auch aus dem berühmten Krüger Nationalpark. Wenn es dort nämlich zu viele gibt, werden sie in diese Farm gebracht um… nunja um zu sterben. Kein Krokodil kommt nämlich wieder lebend heraus, entweder landet es auf dem Teller oder in einem Modegeschäft.. Da graust es einem doch..

Wir hatten auch die Möglichkeit ein Babykrokodil auf den Arm zu nehmen.. Wer wurde als Erste aus der  Gruppe nach vorne gerufen? Ich natürlich.. Ich hatte total Schiss, aber es ist ja zum Glück nichts passiert.. Aber eklig fühlt sich so ein Krokodil schon an. Nachher hatte ich aber auch ein schlechtes Gewissen, weil es natürlich nicht tierfreundlich ist, in kleines Krokodil von Tourist an Tourist weiter zu reichen..


Es war auf jeden Fall interessant, aber noch einmal würde ich selbstverständlich nicht dorthin fahren.

(Das Krokodilfleisch im Restaurant habe ich natürlich auch nicht probiert… Vegetarier und Veganer würden jetzt sagen, dass es kein Unterschied ist, ob man Schweine- oder Krokodilfleisch isst, mir graust es aber trotzdem alleine bei dem Gedanken..)


Das Foto mit dem Babykrokodil hat noch eine Bekannte von mir.. das werde ich auf jeden Fall auch hochladen, sobald ich es habe ;-)

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