Ein abenteuerlicher Wochenendtrip in die Cederberge!

Vom 11. Bis zum 13.07.2014 habe ich mit ein paar anderen Freiwilligen einen Wochenendtrip in die Cederberge gemacht. Andere Freiwillige, die schon einmal dort gewesen waren, haben uns vor geschwärmt, wie schön es dort doch sein soll und dass man super schöne Wanderungen unternehmen kann. Am Abend zuvor hatte ich NightShift, also war ich am Freitag schon um 7 Uhr morgens wach. Um 9 Uhr ging es mit zwei Autos los. Wir waren insgesamt zu acht, drei Jungs, fünf Mädels, und hatten zwei Autos. Das eine war das Auto vom Kinderheim, welches wir Freiwillige uns privat mieten. Das andere war Maggie. Bintou war für drei Wochen in Paris ihre Familie besuchen und hat mir ihr Auto gegeben.

Der Freitag fing sehr gut an, das Wetter war schon morgens sehr sonnig und ich konnte sogar warm duschen (hier muss man immer damit rechnen eiskalt zu duschen, besonders am Morgen, deswegen feiere ich immer eine Party wenn lauwarmes Wasser aus dem Duschkopf kommt...).  Die Vorfreude und die Stimmung waren gut. So let’sgo! Zuvor haben wir noch einen Zwischenstopp im Pick’n Pay (Supermarkt) gemacht und uns mit Spaghetti und Tomatensoße eingedeckt :-D In den Bergen kann man ja wohl schlecht noch mal was einkaufen gehen, und Nudeln mit Soße ist eben das schnellste und einfachste zu kochen.


Die anfänglichen drei Stunden Fahrt verliefen gut, wir sind eine landschaftlich schöne Strecke gefahren und haben zwischendurch mal einen Halt gemacht um die Aussicht zu genießen und etwas zu chillen. Außerdem haben wir auf dem Weg am Straßenrand ganz viele Affen gesehen ;) Die anderen haben uns schon längst eingeholt dachten wir, Maggie war eben ein noch älteres Auto als das andere und wir würden länger brauchen. Das wir im Endeffekt aber 5 statt 3 Stunden brauchten, haben wir da noch nicht geahnt... Na jedenfalls haben wir dann in irgendeinem Kaff  ein Päuschen gemacht, dort war keine Menschenseele weit und breit. Wir standen mitten in den Bergen, einziges Geräusch das Zwitschern der Vögel oder der eigene Atem. An solch eine Stille muss man sich als Großstadtkind erst einmal gewöhnen. Als dann auf einmal ein hupendes Auto angerollt kam, staunten wir nicht schlecht. Wo kommt das denn plötzlich her?! Die anderen vier Freunde waren doch hinter uns gewesen und ganz zufällig haben wir uns dort also wieder getroffen und dann als wieder vereinigte Truppe zusammen gechillt :-D


 Nach einer halben Stunde ging es weiter, es sollte mich  mehr so lange dauern bis wir am Backpackers ankommen sollten. Die Straßen wurden aber immer schlechter, von wegen asphaltiert. Das ist ja der pure Luxus! Die ganzen Straßen waren übersät mit Schlaglöchern und man konnte sich nur mühselig mit 40 km/h fortbewegen wenn man diesen ausweichen wollte um sein Auto nicht ganz zu schroten. Zudem wurde es immer hügeliger, was die Fahrt natürlich auch nicht so einfach gemacht hat. Aber naja, in zehn Minuten sind wir eh schon da! Endlich dachten wir uns. Der letzte Berg erwartete uns und plötzlich geht der Motor aus. Okay nicht schlimm, versuche ich es eben noch einmal. Das erste Mal mit angezogener Handbremse, weil wir mitten auf einem steilen Hügel standen… Hat wieder nicht funktioniert. Hmm und verdächtig nach Benzin roch es auf einmal auch noch. Leicht verwirrt stiegen wir aus dem Auto um gleich darauf einen Schock zu bekommen. Unter dem Auto hat sich schon eine kleine Benzinpfütze gebildet und als ich erneut versuchte den Motor zu starten, floss noch mehr Benzin heraus. Scheeeeeiße dachten wir uns alle! Was sollen wir denn jetzt machen? Wir steckten mitten im Nirgendwo irgendwo in der Pampa fest, keine Menschenseele weit und breit, nur umgeben von Bergen, natürlich kein Handyempfang. Sprich wir mussten nun also warten bis denn irgendwann mal jemand vorbei kommen könnte. Die anderen Freiwilligen konnten wir ja nicht erreichen, sie waren sehr wahrscheinlich schon beim Backpackers. Zu diesem konnten wir auch schlecht laufen, es waren noch 8 Kilometer bis dorthin... Sag mal kann das wahr sein? 10 Minuten vor unserem Ziel haben wir eine Autopanne und stecken fest… Was blieb uns vier also anderes übrig als uns mit der Decke auf den Boden zu setzen, Grashalme zu zählen und  einfach nur hoffen, dass wir bald entdeckt würden... Zum Glück wurden unsere Gebete erhört und schon bald kamen die ersten Autos vorbei. Sie haben auch angehalten und uns versucht zu helfen. Das Problem wurde schnell erkannt, der Dichtungsring war zerrissen und somit lief das Benzin auf dem Weg zum Motor aus und wir konnten das Auto nicht starten.  Da aber weder wir noch die Angehaltenen Werkzeug dabei hatten, wussten wir zwar über das Problem Bescheid, konnten dies aber schlecht beheben. Da hat der ältere Mann, der netterweise sofort unter das Auto gekrochen ist um zu schauen, angeboten einen von uns zum Backpackers zu bringen damit wir dort Bescheid geben konnten. Jana ist dann mit ihm und seiner Familie mitgefahren und Lena, Jannis und ich sind dann zu dritt zurück geblieben und haben... gewartet.


Aber auch nach einer halben Stunde ist Jana noch nicht zurück gekommen, wir konnten sie natürlich auch nicht anrufen, und wir hatten schon Horrorgedanken, dass sie entführt wurde und wir noch nach dem Sonnenuntergang auf dem Hügel feststecken würden. Plötzlich sahen wir vom Weiten ein Auto anfahren, welches uns allen sehr bekannt vorkam. Jens und Kai kamen mit durchgedrückter Hupe und lautem Geschrei auf uns zu gefahren. Wir waren total verwirrt und fragten sie, was sie hier machten und wie sie uns denn helfen wollten. Sie sagten uns, dass ihnen erzählt wurde, dass wir Probleme mit  einem überhitzten Motor hätten und brächten uns somit ganz viel Wasser. Hä?! Jetzt waren wir wirklich komplett verwirrt. Nachdem also feststand, dass es sich dabei um eine Falschinformation handelte und die beiden uns auch nicht weiter helfen konnten, sind die zwei also wieder abgezischt und wir waren auch nicht weitergekommen.

Eine Viertelstunde später hielten noch zwei weitere Autos an, deren Fahrer sich beide auch sehr gut mit Autos auskannten und auch die richtigen Hilfsmittel dabei hatten. Innerhalb zwanzig Minuten, hatten die beiden das Rohr mit genug Klebeband fixiert,sodass das Benzin wieder hindurch laufen konnte UND ich konnte den Motor starten konnte! Oh mein Gott!! Wir waren ja so dankbar und konnten es kaum abwarten endlich zum Hostel zu fahren. Nach 5 Stunden sind wir dann endlich im Backpackers angekommen, wir alle immer noch totaldurch’nWind. Aber wenigsten hatten die anderen schon mal damit angefangen die Nudeln zu kochen...


An dem Freitagabend haben wir dann auch nicht mehr so viel gemacht, wir haben alle zusammen zu Abend gegessen und später noch auf dem Balkon vor dem Feuer gechillt. Unser Backpackers war wirklich sehr schön, mitten in den Bergen. Wir hatten drei Zimmer für uns alle zusammen und eine eigene kleine Küche. An dem Abend hatten wir Vollmond, aber wir haben trotzdem ganz ganz viele Sterne gesehen UND das Beste, die erste Sternschnuppe meines Lebens! Soo cool! Aber vor lauter Freude habe ich doch dann glatt vergessen mir etwas zu wünschen..na super! :D Hundemüde und erledigt bin ich dann auch recht zeitig ins Bett gegangen, am anderen Tag hatten wir ja Großes vor und dafür sollte ich fit genug sein!


Am Samstag haben wir uns um 9.30 Uhr auf dem Weg gemacht. Wir wollten heute die 5 stündige Wanderung durch die Berge wagen. Mit dem Auto sind wir zunächst ca. 15 Minuten zum Wanderweg gefahren und dann ging es los. Der erste Part der Wanderung, das Erklimmen des Berges, war der anstrengendste. Die Jungs waren natürlich alle total fit und uns Mädels immer ganz weit voraus, haben sich auch eher selten an die vorgegebene Wanderroute gehalten. Es war wirklich totaaaal anstrengend, so wie den Tafelberg hoch zu klettern, aber der Ausblick war wirklich toll. Außerdem hat mich die Stille total fasziniert. Man hat wirklich nichts gehört und es war so ruhig und friedlich, das tat wirklich gut. Nach ca. 1.5 Stunden langemkräfteraubendem Klettern, beginn der spaßige Teil der Wanderung. Jetzt mussten wir zwischen Felsspalten hindurch klettern, unter Steine kriechen, senkrechte Wände hochkommen, durch Höhlen wandern… Das reinste Abenteuer! Wir haben unterwegs auch noch andere Wanderer getroffen, die deutlich besser als wir ausgestattet waren. Mit Seilen, Helmen, Taschenlampen und so.. Sie hatten es bei den heiklen Stellen sicherlich deutlich einfacher als wir! Oben auf der Bergspitze angekommen haben wir dann erstmal ein verdientes Päuschen für ein Picknick gemacht, bevor es eine andere, aber nicht kürzere oder weniger anstrengende, Strecke zurückging. Insgesamt also fünf Stunden geklettert und gewandert! Da haben wir alle die Spagetti mit Tomatensoße schon sehnlichst erwartet :-D


Den Sonntag war ich mega erledigt und  total müde, ich konnte mich einfach nicht dazu aufraffen, nochmal eine kleine Wanderung zu machen. Lena und ich sind dann im Backpacker geblieben und haben es uns gemütlich gemacht. Das Wetter war immer noch super, und so konnten wir lecker draußen in der Natur frühstücken und die Sonne genießen. Gegen 12.30 Uhr haben wir uns alle auf den Rückweg gemacht, welcher am Ende auch länger als erwartet wurde..


Wir haben uns schon extra so früh auf den Rückweg gemacht; wir wollten uns sicher sein, dass wir rechtzeitig wieder zurück in Durbanville sind um am Abend das Fußball WM Finale zu schauen. Normal dauert der Weg drei Stunden, wir haben jetzt aber einfach mal wieder fünf Stunden eingerechnet. Hatten wohl schon eine Vorahnung..


Die ersten zwei Stunden verliefen auch auf der Hinfahrt sehr gut, die Stimmung war gut, Musik lief laut, die Sonne schien. Plötzlich sah ich, dass eine rote Lampe leuchtete und dachte zuerst, dass es das Symbol für die Handbremse sei. Aber man kann sicherlich nicht 120 km/h mit angezogener Handbremse fahren und meine Freundin sagte mir, dass es der Motor sei. Oh shit, dieser war nämlich krasse 100 °C heiß, also deutlich überhitzt. Wir haben dann das Auto sofort links angehalten und den Motor abgestellt. Standen natürlich wieder mitten im Nirgendwo.. Oh nein, kann das jetzt wirklich sein? Ohne Witz, muss uns wieder eine Panne passieren?! Schon wieder so kurz vor dem Ziel?! Irgendwo in der Pampa?!Wir haben dann mal die Motorhaube geöffnet und hatten schon die totale Angst, dass uns der Motor gleich um die Ohren fliegen würde. Das ganze Auto hat gewackelt und geraucht. Das Problem war eindeutig, Motorüberhitzung wegen unzureichendem Wasservorrat. Wir haben sofort alle unsere Wasserflaschen heraus gekramt bis auch die letzte geleert wurde. Zuerst hat es noch total gequalmt und das Wasser ist sofort verdampft. Außerdem tropfte eine braune Flüssigkeit aus irgendeiner undichten Stelle. Wir haben den Motor dann erstmal auskühlen lassen und gehofft, dass es bald besser sein würde. Unsere Freunde im anderen Auto kamen zehn Minuten später an uns vorbei gefahren und zusammen haben wir uns erstmal einen abgelacht :D Diese Situation war einfach zu komisch und wir konnten es alle nicht fassen, warum wir scheinbar nur vom Pech verfolgt werden.. Mittlerweile geübt darin, auf der Straße mitten im Nirgendwo zu verweilen und auf Hilfe zu warten, haben wir uns nach einer halben Stunde langsam wieder auf den Weg gemacht. Da die Temperaturanzeige des Motors sofort sank und nicht mehr stieg, hatten wir wohl zunächst alles richtig gemacht.. Etwas verängstigt sind wir dann ganz langsam los gefahren und zum Glück schon nach einer halben Stunde auf ein kleines Dörfchen mit einer Tankstelle gestoßen. Die haben dann den Wasserbehälter mit ganz viel Wasser gefüllt und uns mehr oder weniger versichert, dass wir nun unbesorgt weiter fahren konnten. Ganz zur Freude der Jungs haben wir es auch tatsächlich noch vor dem WM Finale (sicher und heile) nach Hause geschafft und unterwegs keine weiteren Probleme mehr  gehabt. Juhuuu! Wir haben alle drei und mehr Kreuzzeichen gemacht, als wir endlich aus dem Auto aussteigen konnten und zu Hause waren!


Na wenigstens hat Deutschland an dem Abend gewonnen und der Tag hatte noch etwas Gutes :D

(Bis auf die beiden Autopannen war der Urlaub aber wirklich sehr schön und ich konnte etwas entspannen, die Cederberge sind auch wirklich einfach nur schön und unbedingt sehenswert, wenn man sich in der Nähe Kapstadts aufhält, etwas Zeit und ein vielleicht eeeeetwas besseres Auto fährt :-P )


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