Bye Bye Africa… :( :(

,, I'm coming home, I'm coming home

Tell the world I'm coming home

Let the rain wash away

All the pain of yesterday

I know my kingdom awaits

And they've forgiven my mistakes

I'm coming home, I'm coming home

Tell the world that I'm coming... "

Die letzten Wochen in Südafrika, im Kinderheim, mit meinen Freunden waren sehr schön und traurig zugleich. Nach meinem tollen Urlaub in Johannesburg und im Krüger Nationalpark habe ich noch zwei Wochen in Kapstadt bei Bintou gewohnt. Wir haben noch viel zusammen gemacht, waren zur Walbeobachtung in Hermanus, sind nochmal auf den Lion’s Head geklettert, waren am Strand, sind surfen gegangen, haben die schönen Sonnenauf-, und –untergänge ganz tief in uns aufgenommen… Das Wetter war so lala, es hat zwischendurch mal geregnet, aber sobald die Sonne geschienen hat, war ich auch draußen und hab die tolle Natur genossen. Die Zeit ging einfach so schnell um,  schon wieder eine neue Jahreszeit, hier endet der ‚Winter‘ so langsam und der Frühling fängt an… Hoffentlich kann ich ein paar Sonnenstrahlen mit nach Deutschland nehmen, habe keeeeine Lust auf Regen, Nässe, Kälte, Schnee, Frieren…


Cape Town:




Der Abschied von den Kindern und den anderen Volontären fiel mir sehr sehr schwer! Obwohl ich mir vorgenommen habe nicht zu weinen, konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten. Auch einige Kinder, mit welchen ich sehr eng war, haben geweint und mir Briefe und Kuscheltiere geschenkt. Es war wirklich ein herzzerreißender Moment, den ich solange befürchtet habe, aber dann doch viel zu schnell kam. Ich werde die Kids so stark vermissen, denn einige sind mir wirklich total ans Herz gewachsen und wie weitere kleine Geschwister geworden..

Wie ich mich fühle? Ich kann es nicht beschreiben und in Worte fassen.. Meine 7 monatige Zeit in Afrika nähert sich dem Ende zu, in ein paar Tagen bin ich wieder in Deutschland.. Ich kann es einfach nicht fassen! Wo ist die Zeit geblieben? Gerade habe ich doch erst meinen Hinflug gebucht, jetzt muss ich schon für meinen Rückflug packen.


Dieses Auslandsjahr zu machen, eine wohlverdiente Auszeit nach 12 jährigem Schulbankdrücken, Erfolgsdruck und Lernstress, war mit Abstand die beste Entscheidung, die ich in meinem 19 jährigem Leben getroffen habe und ich bereue keinen einzigen Augenblick! An alle, die sich überlegen für längere Zeit ins Ausland zu gehen, es ist egal wohin, mit wem oder für wie lange, macht es einfach! Es wird die beste Zeit eures Lebens, das kann ich euch versprechen! Ich hatte nicht viele Erwartungen als ich her gekommen bin, hätte ich sie doch gehabt, wären sie definitiv übertroffen worden! Ich hätte niemals gedacht, dass ich mich so schnell einleben würde, dass ich mich so toll mit den Kindern verstehen würde, mich so easy an eine ganz andere Kultur anpassen könnte und so wunderbare Menschen kennenlernen würde. Und dass ich dennoch, nie mein Zuhause, meine Familie und Freunde vergessen oder nicht geschätzt habe…


Am Sonntag, 31. August 2014 war der bis dahin so weit entfernte und gefürchtete Tag nun doch gekommen... aaaaah! Werde ich gerade gewalttätig aus einem wunderschönem Traum herausgerissen? Klingelt der Wecker etwa zu früh? Oder sind 240 Tage im Nullkommanichts umgegangen?

Es hieß jetzt endgültig Abschied nehmen, und zwar nicht nur von einem wunder-, wunderschönem Land,  von den liebsten frechen Kindern, von tollen Freunden, besonders meiner Seelenverwandten Bintou, sondern vielmehr von einem Lebensabschnitt, der mich in meiner persönlichen Entwicklung und in dem Kennenlernen nicht nur anderer Kulturen und Lebensweisen,  sondern vor allem meiner selbst sehr sehr weit gebracht hat! Ich habe gelernt, dass das Leben wie eine Reise ohne Ziel ist, in welcher man jeden Zwischenstopp, jeden einzelnen Moment genießen sollte!


Wenn man mich jetzt genauer fragen würde, was ich gelernt habe, was mir die guten und schlechten Erfahrungen hier gebracht haben, könnte ich wahrscheinlich einen Roman schreiben :-D

Ich habe meine Familie und Freunde, meine tolle unbeschwerte Kindheit, mein Zuhause, meine Gesundheit und Freiheiten zu schätzen gelernt, mir ist bewusst geworden, dass es im Leben auf mehr ankommt, als auf Äußerlichkeiten, darauf wieviel Geld man hat, wie viele materielle Gegenstände man sich leisten kann… Man kann im Leben nicht immer kriegen, was man sich wünscht und man muss lernen, Kompromisse einzugehen und aus allem das Beste machen! In Deutschland sind viele (denen es offensichtlich gesundheitlich und finanziell gut geht) unzufrieden und meckern über die kleinsten Dinge. (Ich zähle mich selber dazu...) aber hey Leute, denkt doch mal darüber nach, wie glücklich ihr euch schätzen könnt, ein Leben wie euers leben zu können, wie ihr das schätzen solltet, unbegrenzten Zugang zu sauberem Wasser, immer Strom, den Kühlschrank immer voll zu haben, dass ihr eine Arbeit habt, Freunde und Familie die euch lieben.. Ich habe viele sehr traurige Geschichten von den Kindern im Kinderheim gehört, von denen ich die meisten einfach nicht wahr haben wollte, so traurig sind sie. Ich war in mehreren Townships, bin durch die kleinsten und ärmsten Dörfer in Südafrika und Sambia gefahren, habe viele Obdachlose auf der Straße gesehen und musste bettelnde Kinder abweisen, die nur um ein paar Cents gefragt haben. Ich möchte damit nicht sagen, dass Südafrika oder Sambia total arme Länder sind und es hier nichts als Armut und Arbeitslosigkeit gibt. Im Gegenteil, ich meine ihr habt die Bilder gesehen! Es sind wirklich zwei tolle Länder, aber trotzdem kann man das nicht übersehen. Ja und wenn man damit öfters konfrontiert wird, fängt man an sich dafür zu schämen, wie man sich doch in Deutschland verhalten hat…


So sehr ich Südafrika liebe und es mir die tollste Zeit geschenkt hat, die ich mir je hätte vorstellen können, könnte ich hier nicht für immer leben. Ich vermisse einfach die Freiheiten, die wir in Deutschland haben! Hier haben alle Fenster und Türen Gitterstäbe davor, die Häuser sind alle mit elektrischen Zäunen oder hohen Mauern, manchmal auch beides, umzäunt. Das finde ich total schrecklich! Ich verstehe aber auch, dass es hier ein notwendiges Übel ist und es nur für die eigene Sicherheit ist.. Sprich man kann sich nicht mal mehr zuhause zu 100% sicher fühlen! Wie schrecklich! Ich weiß gar nicht mehr wie es ist, nachts die Fenster offen zu lassen, abends gemütlich auf der Terrasse zu sitzen, nicht eine halbe Ewigkeit zu brauchen um ins Haus zu kommen, weil man drei Gates und dann erst die eigentliche Tür öffnen muss, keine Lenkradsperre zu besitzen…


Hier in Sambia muss man dann auch nach Sonnenuntergang sehr aufpassen, weil hier das Risiko einer Malariaansteckung von den fiesen Mücken sehr hoch ist. Sprich, egal wie warm es noch draußen ist, einen Abendspaziergang um den Block, nochmal schnell zur Tanke, weil man Milch braucht oder bei offenem Fenster schlafen, kann man vergessen… Darauf freue ich mich so sehr! Natürlich kann ich auch in Düsseldorf vor meiner Haustüre überfallen werde, aber hier ist das nochmal was ganz anderes, weil hier fast jeder eine Waffe hat und man als Mädchen sowieso immer das Opfer ist… Ich freue mich auch schon übelst auf mein Fahrrad, endlich wieder durch den Wald radeln! , auf mein eigenes Zimmer und die dadurch resultierende Privatsphäre, die ich in den letzten Monaten komplett aufgeben musste… Ist das nicht eigentlich voll still alleine ein Zimmer zu haben? Weiß gar nicht mehr wie das ist.. bestimmt langweilig :-D


Aber es gibt natürlich auch viele viele Dinge, welche ich ,zuhause zuhause` vermissen werde.

(Abgesehen von der tollen Landschaft und dem guten Wetter :p) Diese Spontanität und Gelassenheit der Afrikaner (die mich aber auch oft zur Weißglut gebracht hat, weil einfach nichts nach Plan läuft, vieles total unchaotisch und unorganisiert ist, alles die dreifache Zeit dauert, die es in Deutschland gebraucht hätte..) würde ich gerne mit nach Deutschland nehmen. Hier tickt die Uhr ganz anders und man wird nicht gestresst, man lebt sein Leben nicht im Schnelldurchlauf und hat einfach mehr Zeit. Remember: ,,The europeans have the watch, the Africans have the time!‘‘ so true!


Ach und worauf ich mich auch freue sind Fußgängerzonen! Das hört sich ridiculous an, ich meine es aber ernst. Das Leben vieler (weißer) Afrikaner spielt sich nur zwischen Haus-Arbeit-Shoppingmall-Haus ab. Die wichtigsten Geschäfte wie Banken, Supermärkte, Kleidungsgeschäfte, Kinos, Drogeriemärkte, Cafés, usw. gibt es nämlich nur in den Arkaden! Das find ich total doof, es ist doch voll schön bei gutem Wetter draußen zu bummeln, von Geschäft zu Geschäft zu laufen, zwischendrin ein Eis draußen auf der Bank zu essen… Das gibt es hier einfach nicht! Such a shame!


Ach und ein kleiner Hinweis an alle vegetarische Leute, die vielleicht überlegen in eine afrikanische Gastfamilie zu gehen… Fleisch ist der Hauptbestandteil jeder Mahlzeit! Jeder jeder jeder! Selbst zum Frühstück gibt es immer Bacon, Speck, Würstchen, zum Mittag- und Abendessen sowieso. Zwischendurch Biltong (Trockenfleisch) oder Chips mit Fleischgeschmack… Ich kann echt kein Fleisch mehr sehen und werde zuhause die erste Zeit gerne erstmal als Vegetarier leben! Die Alternativen sind hier nämlich nicht so groß, Fisch ist sehr teuer, nur Gemüse und Papp oder Kartoffeln jeden Tag sind auch langweilig. Man ist halt das, was gekocht wird, wobei das auch immer totaaaal lecker ist :D Für Afrikaner ist Fleisch wirklich das A und O und ich glaube es gibt kaum Vegetarier…


Anyway, habe ich jetzt auf jeden Fall mehr Verständnis für die afrikanische Kultur und verstehe viele Dinge jetzt besser als vorher! (P.S.: in Afrika müssen nicht alle Menschen barfuß drei Kilometer zur nächsten Wasserstelle laufen, nicht alle Mädchen sind mit 14 schon verheiratet und geschwängert, nicht reiten die Kinder mit Elefanten zur Schule oder sonstige unwissende Vorurteile über Afrika wie viele sie doch haben…)


Abschließend ermutige ich nochmal alle die ins Ausland gehen wollen es zu tun! Es wird euch so viel bringen, ihr werdet die tollsten Leute kennenlernen, darunter vielleicht lebenslange Freundschaften schließen, lernt andere Kulturen kennen, erkennt wie schön die Welt ist und wie viele tolle Orte es doch gibt. :-)


Danke an alle, die mein  Auslandsjahr ermöglicht haben, meine unbezahlbare Familie, meine tollen Freunde, die gute Organisation ,Auszeit-Weltweit`, und natürlich an alle meine Freunde vor Ort, mit denen ich nun die tollsten Erlebnisse in Erinnerung habe, mit denen ich so lustige, einmalige, atemberaubende Momente erlebt habe, welche ich mein Leben nicht vergessen werde und wahrscheinlich noch meinen Enkelkindern von erzählen werde :D

Ich werde auf jeden Fall ganz bald wieder runter fliegen, Kapstadt mach dich schonmal drauf gefasst! So schnell wirst du mich nämlich nicht los :-P

Ach und auch viiiielen Dank an alle, die über die gesamte Zeit oder mal zwischendurch diesen Blog gelesen, verfolgt und kommentiert haben!! Ich freue mich natürlich riiiiesig über eine solch hohe Besucherzahl, das hat mich auch immer motiviert, überhaupt was zu schreiben! (ich hoffe es war einigermaßen interessant und gut zu lesen haha :-D Ich habe natürlich nicht über jeden einzelnen Tag geschrieben und jedes Foto hochgestellt, hab mir das Beste rausgepickt :p) Ich werde bestimmt, also ganz ganz sicher, weiter rumreisen durch die Weltgeschichte, vielleicht mache ich dann nochmal einen Blog, mal gucken ;)



In diesem Sinne, noch ein paar Fotos und Kommentare von meiner Zeit in Sambia, drei Wochen bei Verwandten in der Hauptstadt Lusaka, die wirklich ganz aufregend waren, ich habe somit ein weiteres afrikanisches Land kennengelernt und noch ein bisschen mehr von unsere riesigen tollen Erde gesehen. :-) Nur noch ein paar Tage… aaaah!


Cheers! <3 <3 <3


Fotos


Sambia (Lusaka,the famous Victoria Falls, villages, landscape):


Kommentar schreiben

Kommentare: 0